Probenwochenende im Kloster Strahlfeld: Zwischen Kreuzgang, „how“ und Hausgeist

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Vom 08. bis 10. Mai 2026 zog sich der HeartChor Regensburg für sein Frühjahrs-Probenwochenende ins Kloster Strahlfeld nach Roding zurück – ein Ort, an dem der Atem automatisch tiefer wird und die Ohren schärfer. Wer einmal zwischen hellem Frühjahrsgrün und stillen Fluren gesungen hat, weiß: Hier tragen nicht nur die Mauern, hier trägt die Stimmung. Und das Stüberl sowieso.

Der Freitag startete ganz geerdet und zugleich mundakrobatisch in die Abendprobe: English lessons with Karin. d, t und th – drei kleine Buchstaben, ein ganzer Mundvoll von Zungengymnastik. Es stellte sich heraus: je nach gewünschtem Ergebnis muss man doch tatsächlich die Zunge in leicht unterschiedliche Positionen bringen! Genau dieses Bewusstsein zahlte sich gleich am ersten Abend aus: „Everybody wants to rule the world“, „Wannabe“ und„Seasons of Love“ waren die perfekten Übungsstücke für die neu erworbenen Kenntnisse.

Am Ende des Probentages zogen sich sogleich alle Sänger*Innen in ihre Zimmer zurück, um sich für den bevorstehenden Probentag tüchtig auszuschlafen. Es muss jedoch ein besonderer Geist auf dem Hause – und ganz besonders über dem Stüberl – liegen, denn am Samstagmorgen berichteten viele unabhängig voneinander denselben Traum: engelsgleiche Stimmen, die immer undeutlicher eine bunte Folge verschiedenster Lieder sangen, bis sie bei Sonnenaufgang verstummten. Wenn ein Haus so mitschwingt, darf man getrost an Obertöne glauben.

Am Samstag ging es dennoch früh konzentriert weiter. „Fatio“, der gemeinsame Satz für das Chorfest, stand als erstes auf dem Pult. Die Devise: „Staunen bei den O’s“, damit alles hell bleibt und die Höhe nicht verloren geht. Einigkeit herrschte in einer besonders brisanten künstlerischen Frage: Alles ist besser, als wenn der Tenor dieses Stück beginnt. Soviel demokratischer Konsens – den Tenor mal ausgeklammert – war selten. Allerdings: kaum begannen die Proben zu „Kein Regen in Dubai“ stellte sich dann heraus: Bässer klingts, wenn der Bass Verstärkung vom Tenor bekommt. Und: es regnete auch im bayerischen Wald das ganze Wochendende keinen einzigen Tropfen! Die einzigen Wölkchen weit und breit konnten beim Versuch, sich ihrer Sonne – Claudi – auszurichten, im Probensaal beobachtet werden.

Der Sonntag stand im Zeichen des Zusammenführens. „Everybody wants to rule the world“ und „Seasons of Love“ bekamen letzte Feinarbeit, bevor es in Oktetten – Kleingruppen von immer genau acht Sänger*Innen, quer verstreut durch den Probensaal aufgestellt – durchs Programm ging. Durch das Singen in dieser Formation konnten die Einzelstimmen von jedem gehört und Rhytmus- und Dynamik-Verantwortung von jedem besonders gut wahrgenommen werden.

Danke an Claudi für die musikalische Navigation und an Elisabeth für die tolle Organisation. Kloster Strahlfeld, wir kommen wieder – nicht nur wegen der Akustik, sondern auch wegen des Hausgeists, der offenbar auf guten Chorsatz steht.

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